Nigeria: Shell muss Entschädigungen zahlen wegen Umweltverschmutzung

Amnesty-Protestaktion vor einer Berliner Shell-Tankstelle gegen die Umweltverschmutzung, für die der Öl-Konzern in Nigeria verantwortlich ist (Archivaufnahme vom April 2012).

Bild: © Amnesty International, Foto: Ralf Rebmann

Der Öl-Konzern Shell muss Entschädigungen für die Umweltverschmutzungen im Niger-Delta zahlen – so urteilte ein Berufungsgericht im niederländischen Den Haag Ende Januar. Ein wichtiger Erfolg für die Betroffenen. Amnesty International setzt sich bereits seit mehr als 20 Jahren für sie ein.

Verseuchtes Trinkwasser, vergiftete Fischbestände: Im jahrelangen Rechtsstreit um die Umweltverschmutzungen im Niger-Delta hat ein niederländisches Berufungsgericht den Öl-Konzern Shell zu Entschädigungszahlungen verurteilt. Das Gericht unterstrich damit die Verantwortung des Konzerns für Handlungen seines Tochterunternehmens in Nigeria. Dies habe die Verseuchungen durch schlecht gewartete Öl-Pipelines verursacht.

Die Umweltorganisation Milieudefensie und vier nigerianische Bauern hatten 2008 in den Niederlanden geklagt – dort hat Shell seinen Hauptsitz. In Nigeria ist kaum möglich, Rechtsansprüche geltend zu machen. Der Konzern muss nun Schadensersatz zahlen und Sensoren zur Erkennung von Schäden an alten Öl-Leitungen nachrüsten.

„Dieses Urteil gegen die Shell-Muttergesellschaft vor niederländischen Gerichten für die Verschmutzungen in Nigeria hat große Relevanz“, so Dr. Mathias John, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International Deutschland. „Endlich kann sich der Konzern seiner Verantwortung für alle Unternehmensaktivitäten auch in anderen Staaten nicht weiter entziehen. Endlich gibt es Gerechtigkeit für die Betroffenen.“

Amnesty International hat mehr als 20 Jahre lang Beweise für die Beteiligung Shells an Menschenrechtsverletzungen und Korruption in Nigeria zusammengetragen. Die Vorwürfe in weiteren Verfahren gegen das Unternehmen reichen von Mitverantwortung für außergerichtliche Hinrichtungen bis zu systematischer Umweltverschmutzung. John hofft, das Urteil trage dazu bei, „das Unternehmen endlich auch für seine Verwicklung in andere Menschenrechtsverletzungen in Nigeria zur Rechenschaft zu ziehen.“

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